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B+W Graufilter (auch ND-Filter genannt)

Heutzutage werden Graufilter meist unter der Bezeichnung ND-Filter geführt und gesucht. Unter Hinzufügung des Verlängerungsfaktors (Filterfaktors) für die Belichtung wird daraus zum Beispiel die Bezeichnung ND64 für ein B+W Graufilter 106. Es hat den Filterfaktor 64 und die Wirkung von 6 Blendenstufen.

 

Schneider Kreuznach stellt folgende Ausführungen her:

Allgemeine
Bezeichnung
B+W Typ ND
(logarith.
Dichte)
Filterfaktor Blendenstufen
(Lichtwerte)
Transmission
in %
ND2 101 0,3 2x -1 50,000%
ND4 102 0,6 4x -2 25,000%
ND8 103 0,9 8x -3 12,500%
ND64 106 1,8 64x -6 1,563%
ND1000 110 3,0 1000x*) -10 0,098%

*) rechnerisch korrekt: 1024x

 

 

Kreativ durch weniger Licht

Auch Neutraldichtefilter (ND) genannt, kommen Graufilter zum Zug, wenn zuviel Licht die kreative Bildgestaltung einschränkt. Je nach Dichtewert reduzieren sie das Licht unterschiedlich stark. In jedem Falle erlaubt dies entweder längere Verschlußzeiten oder offenere Blenden.

 

 

Graufilter lassen sich auch gut kombinieren, siehe nächster Abschnitt "Ein wenig ‘graue‘ Arithmetik". Dadurch ergeben sich besonders vielfältige, teils experimentelle Anwendungsmöglichkeiten.

Bei sehr hellen Motiven im Schnee oder am Strand müßte trotz kürzester Verschlußzeit auch die Blende geschlossen werden. Damit ginge die Option auf knappe Schärfentiefe, wichtig etwa für Portraits, verloren. Nicht so bei Einsatz eines Graufilters.

Die vielleicht bekannteste Wirkung von Graufiltern ist der Wisch-Effekt bei bewegten Motiven. Weil Graufilter erlauben, bei vorgewählter Blende die Belichtungszeit zu verlängern, erscheint etwa ein Wasserfall nicht mehr "eingefroren", sondern in Fließbewegung.

Raffinierte Effekte erzielen Graufilter in der Architektur- oder Städtefotografie. Bei langen Belichtungszeiten von etlichen Sekunden werden Menschen, die durch das Bild laufen, verwischt oder gar nicht mehr wiedergegeben.

Die sehr dichten Graufilter 110 und 106 erzeugen aus physikalischen Gründen einen Warmton - gut zu erkennen jeweils am rechten Bild der beiden Bildpaare unten. Dem hilft ein B+W UV/IR-Interferenz-Sperrfilter 486 vor dem Graufilter (nicht dahinter!) ab. Alternativ läßt sich der Warmton auch in der Bildbearbeitung ausgleichen.

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Ein wenig "graue" Arithmetik

Früher gab es noch stärkere Graufilter als den Typ Grau 110 (Faktor 1000, +10 Blenden). Viele Fotografen vermissen zum Beispiel das enorm starke Graufilter 120 von B+W sehr schmerzlich. Bedauerlicherweise wird das Spezialglas schon seit einiger Zeit nicht mehr hergestellt. Sein Filterfaktor betrug 1 Million (+20 Blenden)! Damit ließ sich sogar in die Sonne fotografieren, ohne Augenschäden zu riskieren.

Aus dem obigen Vergleich der Graufilter 110 und 120 wird ersichtlich, daß die Verlängerungsfaktoren nicht addiert, sondern multipliziert werden. Ergo ist Abhilfe mittels zweier Graufilter 110 möglich: 1000 x 1000 ergibt 1 Million - voilà, hier ist er wieder, der Effekt eines Graufilters 120!

Natürlich lassen sich auch andere Graufiltertypen kombinieren, wie etwa Graufilter 103 (Faktor 8, +3 Blenden) und Graufilter 110. In punkto Wirkungsgrad werden sie zum Graufilter 113 mit Faktor 8000 (8 x 1000), also Öffnung um 13 Blenden.

Besonders prima zur Feinabstimmung beim Kombinieren eignet sich Graufilter 101.

In der Graufilterpraxis behält man zur Erzielung der erwünschten Bildwirkung gern die "normale" Blendeneinstellung (Messung ohne augesetztes Filter) bei. Stattdessen "manipuliert" man die Belichtungszeit. Beträgt letztere im Normalfall zum Beispiel 1/125 Sekunde, verlängert sie sich bei Verwendung eines Graufilters 110 (+10 Blenden) auf stattliche 8 Sekunden. Hier versteht sich der Einsatz eines stabilen Stativs von selbst.

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Graufilter 110 MRC
(Faktor 1000, +10 Blenden, ND 3,0)

Mit zehn Blendenstufen Lichtreduktion (log. Dichte 3,0) ist es das dichteste Graufilter von B+W. Der oben erwähnte Warmton fällt hier am deutlichsten auf, siehe rechte Hälfte der nachstehenden Abbildung.

Hauptsächliche Anwendungsbereiche sind Wischeffekte bei bewegten Motiven (sehr beliebt: Wasserläufe), Architektur- und Städtefotografie, Beobachtung und Dokumentation industrieller Prozesse bei extremer Helligkeit (Schmelzöfen, Glühfäden in Halogen- und anderen Lampen, Verbrennungsprozesse).

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Graufilter 106 MRC
(Faktor 64, +6 Blenden, ND 1,8)

Dieses um sechs Blendenstufen reduzierende B+W-Graufilter (log. Dichte 1,8) gilt in der bildmäßigen Fotografie bereits als Extrem-Filter. Der oben erwähnte Warmton fällt hier nur leicht aus und ist häufig sogar tolerierbar, siehe rechte Hälfte der nachstehenden Abbildung.

Auch mit diesem Graufilter läßt sich bestens experimentieren. Ohne Blende und Schärfentiefe zu ändern, wird etwa aus 1/60 s eine ganze Sekunde Belichtungszeit. Das macht Aufnahme vom Stativ erforderlich. Fließendes Wasser fließt nun auch im Foto. Langzeiteffekte wie Lichtspuren oder gehende Menschen, die in Unschärfe verschwimmen oder „unsichtbar“ werden, sind ebenso möglich.

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Graufilter 103 MRC
(Faktor 8, +3 Blenden, ND 0,9)

Das bereits relativ kräftige Graufilter reduziert Licht um drei Blendenstufen (log. Dichte 0,9). Es bietet mehr Optionen als die schwächeren Graufilter 101 und 102. So gelingen damit bereits Langzeiteffekte. Andererseits ist es auch das universelle Graufilter. Ganz gezielt läßt sich geringe Schärfentiefe erzeugen.

In der Digitalfotografie sorgt Weißabgleich bei vorgesetztem Filter für optimale Farbneutralität. Aber auch hier bei längeren Belichtungszeiten Stativ nicht vergessen!

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Graufilter 102 MRC
(Faktor 4, +2 Blenden, ND 0,6)

Dieses um zwei Blendenstufen lichtschwächende B+W-Graufilter (log. Dichte 0,6) bringt zum Beispiel Blende 4 statt 8 - für selektive Schärfe anstelle ausgedehnter Schärfentiefe. Oder 1/15 s statt 1/60 s für einen fließenden statt eingefrorenen Wasserfall. Gute Farbneutralität.

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Graufilter 101 MRC
(Faktor 2, +1 Blende, ND 0,3)

Das hellste B+W-Graufilter dämpft das Licht um eine Blendenstufe (log. Dichte 0,3). Das kann zum Beispiel für korrekte Belichtung hochempfindlicher Filme oder hoher ISO-Wahl erforderlich sein. Nämlich dann, wenn die Motivhelligkeit für die aus technischen oder gestalterischen Gründen verwendete kürzeste Verschlußzeit und kleinste Blende immer noch zu groß ist.

Es ist speziell als Ergänzung des B+W-Graufilters 102 zur Feinabstimmung - und überhaupt zum Kombinieren - zu empfehlen.

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Direkt zum Kauf Graufilter (alle Typen)

 

So reinigen Sie Filter optimal

  • Keine Papiertaschentücher benutzen! Wegen elektrostatischer Aufladungen bleiben ihre Fasern haften.
  • Trockene, lose Schmutzpartikel nie abreiben, sondern erst mit Druckluft, Blasebalg (möglichst berührungslos) oder einem weichen Objektiv-Pinsel entfernen.
  • Die partikelfreie Filterfläche anhauchen und mit dem weichen B+W PHOTO CLEAR Mikrofaser-Reinigungstuch reinigen.
  • Gegen hartnäckige Flecken hilft B+W LENS CLEANER - antistatischer Spezial-Optikreiniger in der Sprühflasche.
  • Alle nötigen Reinigungsmittel - einzeln oder in günstigen Sets - können Sie hier aussuchen und bestellen.

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