
B+W Verlauffilter
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...und blasser Himmel ist kein Thema mehr
Über das klassische Problem ärgerte sich schon fast jeder Fotograf: Bildvordergrund wunderbar - bestens belichtet. Aber eine blasse, leere Fläche dort, wo sich doch während der Aufnahme noch ein schöner Himmel über der Szene wölbte!
Auch die Bildergebnisse digitaler Verfahren - etwa HDR, diese Methode zur scheinbaren Erhöhung des Kontrastumfangs - befriedigen selbst ausgesprochene Freunde der Digital-Fotografie kaum.
Doch es gibt etwas Klassisch-Mechanisches, das wirklich hilft. Egal, ob analog oder digital fotografiert wird: B+W Verlauffilter, die ca. zur Hälfte mit einem Grauverlauf eingefärbt sind. Sie lösen das Problem, weil sie den enormen Helligkeitskontrast wirksam reduzieren. In zwei verschiedenen Stärken zu haben.
Daneben gibt es auch farbige B+W Verlauffilter. Vor allem besondere Lichtstimmungen lassen sich mit ihnen erzeugen oder verstärken - beispielsweise so.
Richtige Belichtungsmessung
Weit überwiegend greifen Fotografen zu den grauen B+W Verlauffiltern. Kein Wunder, gilt es doch vor allem, das oben beschriebene, klassische Problem zu lösen, nämlich den meist zu hellen Himmel abdunkeln.
Messen Sie hierbei die Belichtung - ohne Verlauffilter - nach unten gerichtet, indem Sie auf den korrekt zu belichtenden Vordergrund zielen. So ergibt sich für den Himmel automatisch fast immer der optimale Effekt.
Anders wird gemessen, wenn zwei Verlauffilter zugleich verwendet werden, etwa ein rotes für den Himmel und ein grünes für den Vordergrund. Hier messen Sie durch beide Filter hindurch. Für erhöhte Dramatik ist eine schwache Unterbelichtung um eine halbe Blendenstufe empfehlenswert.
Überhaupt sollten Belichtungszugaben bei Verlauffiltern stets knapp bemessen sein, damit der Filtereffekt nicht zu sehr abgeschwächt wird. Es kann nicht schaden, ein wenig zu experimentieren oder mit einer kleinen Belichtungsreihe zu arbeiten.
Drehbare Filterfassungen vom Typ F-Pro
Die Fassungen der Verlauffilter sind drehbar, damit die weich fließende Trennlinie zwischen gefärbtem und transparentem Teil am Motiv (meistens am Horizont) so ausgerichtet werden kann, daß sie nicht unnatürlich wirkt.
Gemäß Schneider Kreuznach sind alle Verlauffilter-Typen nur unvergütet in Standardfassung F-Pro lieferbar. Und zwar in den Größen 49 mm bis 82 mm.
Verlauffilter Grau 502 (mit oder ohne Markierung)

Dieses Filter sowie den folgenden Typ 501 gibt es auch mit Markierungen.
Sie erleichtern vor allem bei relativ dunklen Sucherbildern oder in Dämmerlicht ganz erheblich das Einstellen der Horizontlinie. Im Bild sehen Sie auf der Fassung links und rechts je zwei kleine "Kerben".

Verlauffilter Grau 501 (mit oder ohne Markierung)
Wer kennt sie nicht - die Landschaftsbilder mit korrekt belichtetem Vordergrund, aber leider verblaßtem, "ausgewaschenem" Himmel? Dieses Grau-Verlauffilter macht Schluß damit. Seine neutralgraue Hälfte hat eine Lichtdurchlässigkeit von 50%. Sie dunkelt den betreffenden Motivbereich um eine Blendenstufe ab, ohne die Farbe zu verändern. Ein Idealwert für gute Wolkenzeichnung. Und blasse Himmel sind auf einmal kein Thema mehr.
Ohne Einsatz eines Grau-Verlauffilters erschiene der Himmel im Bild links ausgewaschen, weil relativ zur Wiese überbelichtet. Aber mit dem B+W Grau-Verlauffilter 501 kommt Struktur in die Wolken.
Zur optionalen Variante mit Markierung siehe die Erläuterung weiter oben (unter Typ 502).
Soll der Himmel Struktur behalten, aber duftiger wirken als mit Grau-Verlauffilter 501? Das blaue B+W Verlauffilter 581 verleiht den Himmel sommerliche Leichtigkeit.
Dasselbe Bild, aber mit herbstlicher Färbung des Wiesengrüns, das nun gar nicht mehr frisch erscheint. Keine Zauberei, sondern der gegenläufige Einsatz von blauem Verlauffilter 581 (obere Bildhälfte) und tabakfarbenem Verlauffilter 550 (untere Bildhälfte).
Nochmals dasselbe Motiv, aber diesmal mit B+W Verlauffilter Orange 524. Düster, dramatisch, unheilvoll wirken die Wolken nun - als ob ein Gewitter heraufzöge.
Verlauffilter Tabak 550
Wer einmal einen Sandsturm in der Wüste erlebte, vergißt diese Stimmung nie. Mit diesem Verlauffilter kommt man ihr nahe: Leicht bedrohlich, aber dennoch angenehm „warm“. Die Tabakfarbe ist zurückhaltend, nicht bunt. Deshalb wirkt sie niemals kitschig. Auch überdeckt sie die natürlichen Farben nicht so sehr wie die intensiveren anderen Verlauffilter-Farben.
Verlauffilter Rot 590
Dieses Verlauffilter wird oft als „Sonnenuntergangsfilter“ bezeichnet. Zu Recht, wie das nachstehende Bildpaar eindrucksvoll belegt. Bei Aufnahmerichtung zur Sonne (und möglichst schöner Wolkenformation) kann fehlendes Abendrot simuliert oder zu blasses Rot verstärkt werden. Natürlich gelingt dieser Effekt auch mit Morgenrot-Motiven. Achten Sie an Gewässern darauf, die Horizontlinie so hoch zu legen, daß die Rotfärbung auch die Spiegelung im Wasser mit erfaßt.

Verlauffilter Orange 524
Dieses Verlauffilter empfiehlt sich zum Beispiel, wenn die Korrektur einer Sonnenuntergangsstimmung nicht zu ausgeprägt sein soll oder schon eine gewisse Rotfärbung vorhanden ist, die nur einer kleinen Nachhilfe bedarf. Im übrigen läßt sich damit bei schweren, grauen Gewitterwolken eine beinahe bedrohliche Unwetterstimmung erzeugen.
Verlauffilter Blau 581
Falls der Himmel nicht blau genug sein kann. Damit der Himmel nicht zu hell und blaß ausfällt, auch in Kombination mit einem anderen Verlauffilter die richtige Lösung. Etwa für Sanddünen am Meer: unten Tabak- und oben Blau-Verlauffilter. Wegen der recht intensiven Farbe auch gut für Verfremdung und Experimente.
Verlauffilter Violett 543
Bei Streiflicht und knapper Belichtung kann dieses schon etwas naturfern gefärbte Verlauffilter einen gespenstisch-makabren Mondscheineffekt hervorrufen. Es dient also eher zur Verfremdung als zur Simulation
oder Verstärkung natürlicher Stimmungen. Eine interessante Kombination ergibt sich mit dem grünen Verlauffilter 561 für die untere Bildhälfte.
Verlauffilter Grün 561
Wegen der Vegetationsfarbe bietet sich dieses Verlauffilter vor allem für die untere Bildhälfte an. Es läßt sich gut mit einem anderen Verlauffilter kombinieren, das in der oberen Bildhälfte den Himmel abdunkelt oder verfärbt. Bei solcher Filterkombination sollte die TTL-Belichtung mit vorgesetzten Filtern gemessen werden. Eine knappere Belichtung (-0,5 Blendenstufen) ist oft vorteilhaft.


