B+W Fotofilter. Nicht fassungslos

Der Blick aufs abendliche, weite Meer kann fassungslos machen. Klappe, grober Schwenk zum Profanen: Gar nicht fassungslos kommen B+W Fotofilter daher (Flächenfilter ausgenommen). Damit sie in jeder Hinsicht erstklassig sind, müssen auch ihre Fassungen hohe Anforderungen erfüllen. Hochwertige, empfindliche Glasscheiben wollen auf Dauer spiel-, aber auch spannungsfrei fixiert sein. An Objektiven müssen sich B+W Fotofilter leichtgängig auf- und abschrauben lassen. Je nach fotografischer Anforderung bedurfte es besonders zu Analog-Zeiten aber auch unterschiedlicher Filterfassungen. Damit Sie, im übertragenen Sinne, nicht fassungslos davor stehen, wenn Ihnen einmal ungeläufigere Fassungstypen begegnen, beschreiben wir hier die aktuellen und die früheren Fassungstypen der B+W Fotofilter. Aus Metall, zumeist Messing, sind sie allemal — erste Voraussetzung für hochwertige Qualität.


Sämtliche B+W Fotofilter, die wir im Sortiment führen.

 

Wissenwertes. Nicht nur über die Vorzüge der B+W Filterfassungen

 

Informativer Lesestoff für Sie: Hier ist die Übersicht sämtlicher Themenseiten, die wir in unserem Online Store für Sie bereithalten.

 

Metall. Dünn. Präzise. Schwarz. Lesbar

B+W Filterfassungen sind perfekt auf Ihre eigentlich sehr wichtige, aber zumeist unterschätzte Aufgabe vorbereitet: Den stets viel mehr beachteten Gläsern ihren Weg zu höchster Filterfunktionalität buchstäblich zu ebnen.

B+W Filterfassungen werden auf CNC-Maschinen präzise gefertigt, vorwiegend aus Messing, manchmal auch — in jedem Falle wohlüberlegt — "nur" aus Aluminium. Dünne, trotzdem stabile Einschraubringe fixieren die Gläser auf ganzer Fläche spannungsfrei in den Fassungsringen. Auch das Aufschrauben auf Objektivgewinde muß leicht von der Hand gehen. Dafür gibt es das Rändel, eine Feinriffelung am vorderen Fassungsrand.

Ebenso wichtig: Außen wie innen mattschwarze Hartverchromung, bzw. Spezial-Mattlackierung, und langfristig gut lesbare Beschriftung tragen ihren Teil zur Optimierung der Fotofilter bei.

Nur in Schwarz? Stimmt nicht ganz. Es gibt auch einen B+W Fassungstyp in Titan-Farbe — B+W T-Pro. Kein Fall für uns. Warum wir die B+W Titanium Line kaum erwähnen und vor allem nicht im Sortiment führen, erklären wir an dieser Stelle.

 

Aktuelle B+W Filterfassungen. Die Fakten

  Filterlinie BASIC
Fassung BASIC, mattschwarz
Filterlinie BASIC
Pol-Fassung BASIC,*1) mattschwarz
Filterlinie MASTER
Fassung MASTER, mattschwarz
Filterlinie MASTER
Pol-Fassung MASTER, mattschwarz
Filterlinie PREMIUM Überbaute Fassung XS-Pro Digital,*2) mattschwarz Filterlinie TITANIUM
Fassung T-Pro,
matt-titanfarben
Gesamtbauhöhe,
Filter-Ø bis 82 mm*3)
6,9 mm 9,2 mm 5,7 mm 6,7 mm 12,3 mm 5,4 mm
Einschraubhöhe Rückgewinde 2,5 mm
Nettobauhöhe,
Filter-Ø bis 82 mm**)
4,4 mm 6,7 mm 3,2 mm 4,2 mm 9,8 mm 3,9 mm
Weitwinkeltauglichkeit
Vollformat

bis 24 mm

bis 17 mm 17-35 mm*4) bis 17 mm
Weitwinkeltauglichkeit
APS-C
bis 18 mm  bis 10 mm
Vergütung B+W MRC*5)  B+W MRC nano
Material Messing*6)

*1) Polfilter BASIC führen wir nicht. Jedoch wird dieser Fassungstyp auch für Verlauffilter MRC BASIC genutzt.
*2) In diesem Fassungstyp nur ND Vario-Filter.
*3) Bei ND Vario-Filter Filter-Ø bis 77 mm.
*4) 17 mm nur sehr bedingt. Pauschale Herstellerempfehlung 35 mm. Unbedingt lesen: Themenseite über das B+W ND Vario-Filter.
*5) Infrarotfilter und Weichzeichner Soft-Pro aus technischen Gründen ohne Vergütung.
*6) Fassung ND Vario-Filter aus Aluminium.

Hinweise:

  • Alle Angaben zu BASIC gelten ebenso für die Fassung F-Pro, alle Angaben zu MASTER auch für die Fassung XS-Pro Digital und alle Angaben zur Pol-Fassung MASTER genauso für die Pol-Fassung XS-Pro Digital.
  • Es gibt auch eine Pol-Fassung BASIC, allerdings führen wir B+W Polfilter BASIC nicht, weil es keine Version nach Käsemann ist. Bei der drehbaren Fassung der B+W Verlauffilter MRC BASIC handelt es sich jedoch um die Pol-Fassung BASIC.

 

Erläuterungen zur Tabelle. Und Interpretationen

Die Tabelle unterscheidet bei der Filterline MASTER zwischen normaler Fassung und drehbarer Polfilter-Fassung. In der Filterlinie TITANIUM gibt es (noch?) keine Polfilter.  

Gesamtbauhöhe: Es ist nicht der Durchmesser eines Filters in aufrechter Position. Vielmehr betrachte man die Fassung von der Seite her — hier blickt man auf die Bauhöhe. Noch einfacher kann man sich das vorstellen, wenn ein Filter flach auf dem Tisch liegt: Wie weit "ragt" seine Fassung in die Höhe? Gut, es handelt sich stets nur um ein paar Millimeter. Aber ganz wenige Millimeter entscheiden in puncto Weitwinkeltauglichkeit über sehr gut oder weniger gut geeignet.

Nettobauhöhe: Das ist die Gesamtbauhöhe minus Einschraubhöhe Rückgewinde. Also das, was von der Fassung vor dem Objektiv sichtbar bleibt (seitlich betrachtet), nachdem das Filter mit seinem Rückgewinde ins Frontgewinde des Objektivs geschraubt wurde.

Filter-Ø: Genaugenommen handelt es sich hierbei um den Durchmesser des Filtergewindes. Die Höhenangaben in der Tabelle gelten für Filtergewinde bis 82 mm (beim ND Vario-Filter bis 77 mm). Für die Filtergewinde 86 mm, 95 mm, 105 mm und 112 mm (beim ND Vario-Filter auch 82 mm) sind sie jeweils etwas größer.

Weitwinkeltauglichkeit: Die Bauhöhe einer Filterfassung ist entscheidend für die Vermeidung von Vignettierung. Die von Schneider Kreuznach angegebene Weitwinkeltauglichkeit ist zwangsläufig pauschal und bewegt sich sozusagen auf der sicheren Seite. Zwar mag sie im Einzelfall sogar etwas zu positiv sein, aber noch viel öfter ist sie zu vorsichtig. An nicht wenigen, noch kürzeren als den angegeben Brennweiten erzeugen die B+W Filter erfreulicherweise keine Vignettierung. Allerdings ist es nicht zu leisten, zu jedem Superweitwinkelobjektiv des Weltmarkts genaue Angaben zu machen. Außerdem wären dafür eigentlich die Objektivhersteller in der Pflicht, und nicht etwa die Filterhersteller.

Vergütung: Die Filterlinie BASIC wartet mit der hervorragenden MRC-Vergütung auf — jedoch aus technischen Gründen völlig ohne Vergütung sind hier Infrarotfilter und Weichzeichner Soft-Pro. Bei den Filterlinien MASTER, PREMIUM und TITANIUM legt Schneider Kreuznach noch eine Schippe drauf — sie alle haben die Vergütung MRC nano. 

TITANIUM: Die Fakten der Tabelle offenbaren es. Für jedefrau und jedermann dürfte unschwer zu erkennen sein, warum wir in unserem Sortiment auf die Filterline TITANIUM verzichten. Im Zweifelsfall bitte hier nachlesen

 

Die aktuellen B+W Fassungstypen

 

B+W BASIC. Standard vom Feinsten

"Standard" darf keineswegs abwertend verstanden werden. Vielmehr ist BASIC diejenige Fassung, welche die meisten fotografischen Aufgaben bestens unterstützt. In ihr vereinigt sich enorme mechanische Stabilität mit relativ flacher Bauhöhe.

An vielen gängigen, nicht zu kurzen Weitwinkelobjektiven besteht keine Gefahr der Vignettierung. Letztere ist jedoch nicht allein von der Filterfassung abhängig. Auch objektivbedingte Faktoren spielen mit. Deshalb keine exakten Angaben, sondern hier nur ein Hinweis für möglichst vignettierungsfreie Filterverwendung:

BASIC eignet sich bei Kleinbild auf jeden Fall für 35 mm (diagonaler Bildwinkel ca. 63°). Ferner auch für 28 mm (ca. 75°) und 24 mm (ca. 84°) — recht häufig sogar für noch kürzere Brennweiten. Diese Bildwinkel gelten gleichermaßen für Analog- und Digitalkameras (Vollformat).

Die meisten B+W Filtertypen gibt es in der Fassung BASIC, wovon der größte Teil in unserem Sortiment der B+W Fotofilter zu finden ist.

BASIC löst die langbewährte Fassung F-Pro ab. Diese hat eine glatte Außenfläche, nur an der Vorderkante ein Rändel. BASIC dagegen hat außen ein vollflächiges Rändel — dadurch ist der Grip deutlich besser als bei F-Pro. Hinzu kommt die neue Lacktechnologie, die Schneider Kreuznach nun für BASIC (wie auch für MASTER) anwendet. Spezielle, mikrofeine Partikel in der Lackmischung verbessern die Gleitfähigkeit der Filtergewinde beim An- und Abschrauben. Sicherlich ein Merkmal, das viele Fotofreunde begrüßen, die dann und wann Probleme vor allem mit dem Abschrauben hatten.


B+W XS-Pro Digital. Die Letzte ihrer Art

Aus einer ganzen Reihe von Filtern in dieser schlanken Fassung verblieb allein das ND Vario-Filter. Und das in einer zunächst überhaupt nicht schlank wirkenden, überbauten Version der Fassung XS-Pro Digital. Weil ihre Proportionen wohlüberlegt sind, ist sie in dem speziellen Fall (Näheres hier) dennoch eine besonders dünne Fassung.

Ansonsten gehört die Fassung XS-Pro Digital jetzt zu den früheren Fassungstypen.


B+W MASTER. Die neue Spitze

Extradünn, trotzdem zwei Gewinde, Vergütung MRC samt Nano-Rundumschutz: Diese besonderen Merkmale der B+W-Fassung XS-Pro Digital gelten ebenso für MASTER. Doch auch Spitzenqualität läßt sich immer wieder verbessern. So ist die Außenseite der Fassung MASTER nicht glatt (wie bei XS-Pro Digital), sondern komplett mit Rändel für perfekten Grip versehen. Aufgrund der schmaleren Fassung ist es ein anderes Rändel-Design als bei BASIC.

Natürlich kommt auch hier dieselbe neue Lacktechnologie zur Anwendung, die Schneider Kreuznach für die Fassung BASIC anwendet. Die besondere Lackmischung maximiert die Gleitfähigkeit der Filtergewinde beim An- und Abschrauben.  

Und — aus unserer Sicht gar nicht hoch genug zu schätzen — das Käsemann-Polfilter MASTER besitzt exklusiv eine fettfreie (!) Dreheinrichtung. Die (früher übliche) Spezialfettung der Polfilter-Drehringe konnte durch Fehlbehandlung des Filters entweder verlorengehen oder aber, die Rotation ausbremsend, verharzen. Beides zwar eher nicht bei Polfiltern nach Käsemann, aber völlig auszuschließen war es auch hier nicht.


B+W T-Pro. Nicht mit uns

Vergleichen Sie die Fakten in der Tabelle oben. Mehr dazu lesen Sie hier.


Schatzsuche. Fündig werden

Jetzt wird es ein wenig historisch. Denn die nachfolgenden Absätze beschreiben frühere B+W Fassungstypen. Solche B+W Filter-Schätzchen sind für so manchen Fotografen noch immer oder bereits wieder interessant, vor allem in der Analogfotografie.

Bei den vielen verschiedenen Filtern auf unserem Marktplatz der Gelegenheiten kann man eventuell fündig werden. Allerdings ist diese Aussage nicht für alle Zeiten gültig. Wie das halt so ist mit Dingen, die nicht mehr hergestellt werden: Die Raritäten werden nach und nach immer rarer. Gehen Sie hier auf Schatzsuche!

Die früheren B+W Fassungstypen

 

B+W F-Pro. Bester Standard

Wie jetzt auch beim Nachfolger, der B+W Fassung BASIC, darf der Begriff "Standard" bitte nicht falsch verstanden werden. Nicht umsonst dauerte es viele Jahre, bis F-Pro von BASIC  abgelöst wurde. Mit ebenso flacher Bauhöhe wie BASIC gab es praktisch jeden B+W Filtertyp in dieser Fassung.

Auch in puncto Verwendbarkeit an Weitwinkelbrennweiten entspricht sie haargenau der Fassung BASIC. Was sie nicht hat, sind eine vollflächige Rändelung außen sowie die Speziallackierung, die das Gleiten der Filtergewinde besonders geschmeidig gestaltet.


B+W XS-Pro Digital. Die Erlösung von SLIM

Einst die grandiose Verbesserung der Fassung SLIM, wurde sie von der noch besseren Fassung MASTER abgelöst. Aus ganz besonderem Grund weiterhin in der Fassung XS-Pro Digital zu haben, ist nur noch das B+W ND Vario-Filter.

Ebenso dünn gebaut und mit der gleichen Supervergütung MRC nano versehen wie MASTER, kann (konnte) sie jedoch weder mit deren Kompletträndelung der Fassungsaußenseite noch mit der Speziallackierung für leichtes Gewindegleiten aufwarten. Außerdem haben B+W Polfilter nach Käsemann in der Version MASTER eine fettfreie Drehvorrichtung — nicht so XS-Pro Digital.  

Also, wir fanden XS-Pro Digital sehr gut. Nichts zu deuteln an der Qualität! Einzig das Wort "Digital" im Namen störte uns. Denn selbstverständlich eignen sich die Filter nicht nur für die Digitalfotografie. Wir haben eine grundsätzliche Antwort auf die Kardinalfrage Digital- oder Analogfilter?

Mit MASTER hat sich das ja erledigt. Anzunehmen, Schneider Kreuznach hätte "Digital" in Fassungsbezeichnungen endgültig abgeschworen, nur weil wir daran herummäkelten, wäre wahrscheinlich zu anmaßend...oder? Zwinker


B+W Digital-Pro. Silberfarben

Obwohl sie längst nicht mehr hergestellt wird, geistert diese Fassung noch immer in den Köpfen mancher Kamerabesitzer umher.

Nein, kein Digitalfilter. Vielmehr nichts anderes als eine B+W Standardfassung F-Pro in silberfarbener, statt schwarzer Hartverchromung. Das ist schon alles. In der Fassung Digital-Pro gab es nur wenige Filtertypen.

Allesamt sind nach wie vor in schwarzer Standardfassung F-Pro lieferbar. Nur ein einziger Typ davon ist ein Digitalfilter. Diese Eignung hat er aber keineswegs aufgrund der Fassung. Das verdeutlicht, wie sinnentstellend es ist, eine Filterfassung nur wegen ihrer Farbe "Digital" zu nennen.

Einziger Vorzug der Fassung "Digital-Pro": Sie harmonierte farblich mit silberfarbenen Kameras und Objektiven.


B+W Serienfassung. Ohne Gewinde

Nicht mehr in Produktion. Die Fassung sogenannter Serienfilter hat kein Gewinde. Meistens zu verwenden für Objektive — v.a. von Leica — mit Filterschublade oder anderen Spezialvorrichtungen zum Einstecken oder Einlegen dieser Filter.


B+W SLIM. Dünn, nur ein Gewinde

Diese Fassung wurde von der deutlich leistungsstärkeren Fassung XS-Pro Digital abgelöst. SLIM war quasi eine Standardfassung F-Pro, der man enfach nur das Frontgewinde abschnitt, damit sie dünner (niedriger) wurde.

Als in der Digitalfotografie immer kürzere Brennweiten aufkamen, die digitale Kameratechnik jedoch noch nicht ausreichend fortgeschritten war, verursachten Filter in Standardfassung recht häufig Bildrandabschattungen.

SLIM brachte die willkommene Abhilfe. Doch allein schon, daß sich daran kein Objektivfrontdeckel befestigen ließ, führte mitunter zu Reklamationen, welche die SLIM-Fassungen eigentlich zu Unrecht trafen.

XS-Pro Digital war die zeitgemäße Antwort auf SLIM. Leider jedoch gab es nicht jeden B+W Filtertyp in der schlanken Fassung XS-Pro Digital — ebenso nicht in der aktuellen Qualitätsspitze MASTER.


B+W Überbaute Weitwinkelfassung. "EW"

Hauptsächlich wegen zu geringer Nachfrage nicht mehr in Produktion. "EW" steht für "Extraweit". Hergestellt wurde diese Fassung (auch "überbaute Fassung" genannt) für absolute Superweitwinkelobjektive und Objektive für Großbildkameras. Selbst die Fassungen MASTER und XS-Pro Digital (oder noch früher: SLIM) können nicht immer und an jedem Großbild- oder extremen WW-Objektiv eine gewisse Vignettierung ganz verhindern. "EW" jedoch kann, bzw. konnte.

Die Durchmesser von Frontgewinde und Glas der überbauten Weitwinkelfassung EW sind jeweils deutlich größer als das Rückgewinde. Der weite Abstand des frontseitigen Filterdurchmessers zum Durchmesser der Objektivlinse läßt sehr schräg einfallendes Licht ungehindert bis in die Bildecken passieren. Wichtig eigentlich auch für spezielle Panorama-, Fach- und Großbildkameras. Aber die Nachfrage ist eben leider zu gering. Einen Filtertyp gibt es dennoch aus gutem Grund weiterhin in einer überbauten Fassung.